Schlagzeilen
DM 2011
Wir über uns
Rollsportanlage
Rollkunstlaufen
Highlights
Termine
Stars auf Rollen
Rollerbeasts
Nantes 2010
Inline/Skaterhockey
Gästebuch
Impressum
 

Europameisterschaft 2010 in Nantes / Reisebericht 

Eigentlich hätte ich diesen Bericht gar nicht schreiben können, weil ich ja im letzten Jahr meine „Rollerbeasts-Rollschuhe“ an den Nagel gehängt hatte… Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Die gesamte Saison stand ja bisher unter keinem guten Stern. Aufgrund widriger Umstände musste der Termin für die neue Choreo mehrmals nach hinten verschoben werden. Letztendlich war Alina dann erst 3 Wochen(!!!) vor der DM in Bremerhaven. Das war natürlich eine große Herausforderung und eigentlich ein Unding in 2 ½  Wochen ein komplett neues Programm einzustudieren, so dass es auch noch meisterschaftstauglich war. Hat ja auch nicht so ganz geklappt auf der DM…
Diese Zeit fehlte natürlich auch für die EM Vorbereitung. Also hieß es nach der DM ordentlich ranklotzen. Alina kam dann gleich Anfang März um das Programm kräftig zu überarbeiten. Aber auch dann lief es alles andere als rund. Arbeit, Studium, Schichtdienst und Abitur machten es fast unmöglich Termine zu finden, an denen alle konnten. Bei der Planung stellte sich dann auch noch heraus, dass ein Rollerbeast es so gut wie gar nicht mehr zum Training schaffen würde. Bei der ohnehin schon fehlenden Trainingspraxis war das natürlich eine Katastrophe. Tja und dann kam die Frage, ob ich als Ersatz für die EM einspringen könnte (Alex als Mann war ja sowieso raus; Ines; Glück gehabt!!!) Keine leichte Entscheidung, aber hängen lassen wollte ich die Gruppe natürlich auch nicht. Schließlich hab ich die Showgruppe vor 8 Jahren ins Leben gerufen und sie ist sozusagen mein „Baby“. Das kann man nicht so einfach abhaken. Ich habe natürlich auch jetzt noch ein großes Interesse daran, dass die jahrelange Arbeit nicht den Bach runter geht. Also hatte ich dann genau 4 Wochen Zeit mir das Programm anzueignen und die Kondition (und das in meinem Alter, nach 4 Monaten Antisport!!!), kein Zuckerschlecken. Zumal man ja auch einen gewissen Anspruch an sich hat und es nicht in den Sand setzen möchte. So da stand ich also wieder auf meinen Rollschuhen und musste mir die Wochenenden um die Ohren schlagen.
Am Mittwoch den 05. Mai 2010 ging’s dann abends mit dem Mietbus vom Bremerhavener HBF los. 1.300 km über Nacht nach Nantes fahren: super Aussicht! Vorher musste Alex, der ja nicht mitgefahren ist, noch mal flugs zu uns nach Hause fahren um 2 Decken zu holen. Der Bus war zwar riesig und hatte ganz gut PS, war aber leider sonst eher unbequem, weil man die Sitze nicht verstellen konnte und Stoßdämpfer hatte der glaube ich auch keine. Die Lautsprecher des Radios waren vorne total leise und hinten super laut. Aber die ließen sich leider hinten nicht ausschalten (mein Kollege murmelte zu diesem Thema übrigens was von „Tussi-Auto“ und „Frauen und Technik“J). Wenigstens waren wir 4 Fahrer. Jelena war schon mit der Formation vorgefahren. Morgens um halb neun hatten wir es dann geschafft und kamen am Hotel an. Leider waren die Zimmer noch nicht bezugsfertig und Franzosen sind ja so was von FREUNDLICH…..  Parlez-vous français? Nein, sonst hätten wir es ja gemacht! Also haben wir erstmal gefrühstückt. Dann sind wir ungewaschen und mit ungeputzten Zähnen (super Gefühl) erst mal einkaufen gefahren. Hier wurde Milena an der Kasse gefilzt, weil ihr Schild in der Rollerbeastjacke für Alarm gesorgt hatte (Alex ist dann später eingefallen, dass er eventuell vergessen haben könnte, die Sicherung zu entfernen…MÄNNER!). 
Dann sind wir in die Halle gefahren, schon mal die Lage checken. Als erstes durften wir dann feststellen, dass in Frankreich schon mal niemand englisch sprechen kann oder möchte und dass die „CEPA“ das große unbekannte Wesen ist. Dann sind wir auch flugs wieder ins Hotel zurück und erst mal ins Bett gefallen. Allerdings nicht für lange, denn wir mussten in die Halle zurück, um uns zu registrieren und Alina abzuholen. Wir hatten ja noch eine extra Trainingszeit gebucht (für 100 € die Abzocker!).  Also Alina eingepackt, die auch etwas angeschlagen wirkte und los gings. Nach einer Nacht ohne Schlaf, war das Training dann auch dementsprechend hart, vor allem da einige von uns auch noch eine fette Erkältung bzw. Bronchitis hatten. Aber Mädels, wir haben Euch wirklich gerne die Bazillen weitergegebenJ.  Alina war aber (und da waren wir wirklich froh) ganz zufrieden mit uns. Auf dem Rückweg zur Halle standen wir leider ewig im Berufsverkehr. Dabei hatten wir uns diesmal dank Navi gar nicht „verkreiselt“JJJJJ
Wieder in der Halle musste Conny dann zur Auslosung. Wie jeder weiß ist das einfach nur furchtbar. Es möchte schließlich keiner Schuld an einer beschissenen Startnummer sein! Aber da hatten wir Glück. Nr. 13 ist es geworden. Nach der Auslosung sind wir dann ganz schnell ins Hotel abgedampft, natürlich nicht ohne vorher noch schnell was bei Mc Doof (da gab´s einen der sprach auch noch deutsch!) zu essen. Hauptsache nah am Hotel und schnell. Wir wollten einfach nur noch ins Bett. 
Am nächsten Tag war dann das offizielle Training. Das lief so la la, weil wir alle auch furchtbar aufgeregt waren,  aber die Bahn war glücklicherweise unproblematisch. Blöderweise war aber unser Babygeschrei nicht mit abgespielt worden. Da mussten wir dann bis zur Pause am frühen Nachmittag warten, bis wir das noch mal ausprobieren konnten. Zum Glück hatten die für den Wettbewerb noch einen anderen CD Player und oh wunder, da war dann alles zu hören. Danach sind wir schnell ins Hotel. Eigentlich wollten wir ja nachmittags schön in der Stadt bummeln, was Nettes essen und dann die Wettbewerbe gucken. Da wir aber erst drei Stunden später als geplant wieder im Hotel ankamen, war das dann Essig. Wir sind dann erst spätnachmittags losgefahren. Tanja wollte unbedingt ans Steuer. Bisher war Christian (unser Quotenmann) immer gefahren und das hatte auch immer super funktioniert. Aber nachdem erstmal irgendwie nicht ganz das richtige Ziel im Navi eingegeben war, kamen wir von einer völlig anderen Seite und steckten, wie schon am Tag vorher, im Megaberufsverkehr. Schöne scheiße. Für eine Fahrt von sonst 15 Minuten haben wir dann über eine Stunde gebraucht. Im Auto war´s heiß, nichts ging mehr, wir hatten alle Hunger und waren echt genervt (vor allem von französischer Musik im Radio!). Irgendwann erreichten wir dann, Gott sei Dank, endlich die Halle. Zu Fuß ging´s dann leider nicht mehr bis in die Innenstadt, sondern nur noch in die nächste Shopping Mall. Dann war da auch noch der Italiener geschlossen. Aus lauter Verzweiflung waren wir dann beim Nudelimbiss. War toll. Essen war in 1 Minute fertig, lecker im Pappkarton, mmmmmhhhhhh. Das meiste landete im Müll und es ging direkt in die Creperie weiter, wo wir uns dann was wirklich Leckeres bestellt haben. Die Stimmung stieg dann auch gleich um 300 %. Satt und zufrieden taperten wir dann wieder in die Halle. 
Die Eröffnungsfeier fand dann ja ohne Rollschuhe statt (siehe offiziellen Bericht der EM). Was für ein Schwachsinn. Danach haben wir die großen Gruppen angeschaut. Hier waren nur die Spanier und Italiener wirklich sehenswert. Alles andere konnte man sich getrost schenken. Die Masse in Blocks über die Bahn zu bewegen und Schritte im Stand sind nun mal einfach öde anzugucken. Wirklich interessant war in diesem Wettbewerb, was sich durchsetzen würde: der pompöse mit viel Glitter, Masse und Kulissen überladene Stil der Italiener oder die subtile durch läuferisches Können geprägte subtile Kreativität der Spanier. Hier waren sich auch die Wertungsrichter so gar nicht einig. Dies war u. a. auch ein Thema auf der Trainerbesprechung am Samstag, zumal der ehemalige italienische Ausnahmeläufer und Top Choreograf Sandro Guerra eigens ein Leitkonzept für Showgruppen ausgearbeitet hat und zu Recht bemängelte, dass sich damit offensichtlich niemand beschäftigt hat (vor allem die Wertungsrichter nicht!).  Wenn man sich nämlich damit auseinander gesetzt hätte, wäre einem völlig klar, wohin die Reise gehen muss. Aber vielleicht ja im nächsten Jahr…
Nach den großen Gruppen hieß es dann ab ins Bett, denn Samstag war ja der große Tag. Conny musste ja sozusagen mangels anderer Alternativen als „Offizielle“ zu dem obligatorischen Treffen am Samstag morgen in die Halle fahren, während wir noch im Hotel „chillen“ konnten, sofern dass denn bei der Aufregung möglich war. Mit Alina im Gepäck kam sie dann mittags wieder und wir sind schnell zum Essen gefahren. Eine noble Brasserie, in der wir dann was gegessen haben??? Richtig: Nudeln mit Ketchup!!! Christian machte noch den Chauffeur für Jelena, die am Samstag noch offizielles Formationstraining hatte und daher erst später konnte. Wieder im Hotel ging´s dann mal wieder los mit Schminken, was diesmal aufgrund des Themas nicht ganz so aufwendig war. Unsere Gymnastik machten wir dann im Fitnessraum des Hotels, dann ging´s auch schon ab in die Halle. 
Als wir dann bei der Halle ankamen, durften wir nicht auf den Busparkplatz fahren, weil angeblich kein Platz mehr da war und auch eigentlich nicht für Kleinbusse gedacht. Seltsam nur, dass da so viele PKW standen… Vor allem nach dem ganzen Tamtam, das die Organisatoren vorab veranstaltet hatten (gefühlte 1000 Mails bezüglich des Wagens, welche Marke, Autonummer etc,) und alles damit wir auf den Busparkplatz dürfen. FRANZOSEN! So stiegen wir dann erst mal aus, und überließen es Christian einen Parkplatz zu finden. 
In der Halle angekommen absolvierten wir das übliche Programm mit Alina und dann hieß es warten, warten und warten. Der Wettbewerb verzögerte sich ziemlich. Aufgrund unserer nicht geraden optimal verlaufenen Trainingsvorbereitungen, bestand das eigentliche Ziel darin, gut durch das Programm zu kommen und die Emotionen des Themas rüberzubringen. Eine bestimmte Platzierung hatten wir uns gar nicht erst ausgerechnet. Ein Ziel war aber natürlich uns für die Schlappe auf der DM zu revanchieren. Direkt vor uns gingen die späteren EM-Gewinner aus Italien mit „Zodiak“ auf Parkett, die vor lauter Strass nur so funkelten. Danach waren wir dann dran, sozusagen als „Kontrastprogramm“ eher schlicht und ohne viel Glitzer. Alles in allem kamen wir ganz gut durch unser Programm. Hier und da ein kleiner Wackler und eine Drehung zu viel, aber glücklicherweise kein Sturz. Auf den Fotos von unserem Lauf kann man auch sehr schön sehen, dass alle tatsächlich richtig in ihrer Rolle drin waren. Da sind ganz tolle Fotos bei rausgekommen. So waren wir denn auch ganz zufrieden mit unserer Leistung (und ich war vor allem froh, es gut hinter mich gebracht zu haben!) Tja und dann das bange Warten auf die Wertung, mit der wir, alles in allem, ganz gut leben konnten (bis auf eine Ausnahme!).  Jetzt konnten wir nichts mehr tun, außer den Rest des Wettbewerbs anschauen. Das taten wir dann auch. Im Backstagebereich saßen schon die „Zodiaks“ mit Sandro und verfolgten gespannt den Verlauf. Mit jeder potentiellen Top-Mannschaft, die dann hinter ihnen eingestuft worden war, wuchs hier die Euphorie. Nach der letzten Gruppe war dann klar, dass sie Europameister sind und wir es auf Platz 10 geschafft hatten. Klar wären wir auch  gerne einstellig gewesen, aber hat halt nicht sollen sein.  
Mit ziemlicher Verspätung fing dann die Siegerehrung mit anschließender Abschlusszeremonie an, oh wunder, diesmal mit Rollschuhen, allerdings ohne mich. Ich hatte mir nämlich vor dem Laufen noch ein Gelenk im Rücken blockiert (da habe ich übrigens auch noch immer was von, tja das Alter…). Als „Belohnung“ ging´s anschließend schnell noch zu Mc Donalds, weil es auch schon so spät war und alles andere zu lange gedauert hätte. 
Am nächsten Morgen sind wir dann tatsächlich schon um 6:30 Uhr losgefahren, mitten in der Nacht und ohne Frühstück! Aber glücklicherweise sind wir ganz gut durchgekommen und waren dann 12 Stunden später glücklich in Bremerhaven angekommen.  
Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob die Rollerbeasts auch dieses Jahr wieder für die WM nominiert werden. 
So Mädels, das war´s dann auch wirklich für mich. Dieses Programm bin ich, auch wenn ich oft mit dem Schicksal gehadert (und euch verfluchtJ)habe beim Training, trotz allem wirklich gern mitgelaufen, weil es einfach ein tolles Programm ist. Aber den nächsten Reisebericht (hoffentlich aus Portugal!) wird dann wohl eine von Euch schreiben müssen…
In diesem Sinne liebe Grüße und seid schön fleißig

Pamela

Rollerbeasts 2009: DM: Platz 1; EM: Platz 7; WM Platz 8

Die WM in Freiburg, der Reisebericht:

Mannomann, die letzten 3 Monate sind wie im Flug vergangen. Schwups war es plötzlich November und die WM stand vor der Tür. Weltmeisterschaft, das ist schon was, da teilnehmen zu dürfen. Dann hatten wir auch noch die Ehre als allererste deutsche Showgruppe überhaupt nominiert zu sein. Dafür haben wir auch ordentlich geschuftet, das ganze letzte Jahr. 
Am Dienstag, den 17.11.2009 sollte es morgens ganz früh um sieben losgehen. Wir hatten uns rechtzeitig um eine günstige Reisemöglichkeit gekümmert und dazu den Kleinbus von der Deutschen-Olympischen-Gesellschaft gemietet. Aber…. Wenn einer eine Reise tut, kann er was erleben! Am Montagabend wollten Alex und ich den Bus vom Standort bei der NZ abholen. Ich hatte auch extra noch zwei Wochen vorher mit der Verantwortlichen telefoniert, ob auch alles klar ist. Aber leider hatte der Pförtner, der uns den Bus aushändigen sollte, unseren Vertrag nicht vorliegen und wusste auch sonst von nichts. Das war schon ein kleiner Schock! Glücklicherweise hatte ich den Vertrag kopiert und wir bekamen den Bus dann trotzdem. Ein schöner VW Bus mit 9 Sitzen inkl. Fahrer (stand jedenfalls so im Vertrag). Moment mal 9? Noch mal gezählt, tja sind aber tatsächlich nur 8 Sitze! Schnell im Geiste die Mitfahrer nachgezählt und puh, zum Glück fahren noch zwei Autos extra, also kein Drama!
Also Dienstag ganz planmäßig aus Bremerhaven losgefahren, mit dem bis obenhin mit Gepäck und Isomatten vollgestopften Bus. In Allertal haben wir dann noch die liebe Tanja aufgegabelt, Ronja war schon seit dem WE bei ihren Ersatzmuttis in Bremerhaven geblieben. Trotz Dauerregen und Kassler Berge kamen wir ganz gut durch und waren nachmittags in unserem Freiburger Hotel angekommen. Zeitgleich mit Constance (perfektes Timing), die unsere Alina noch vom Flughafen Basel abgeholt hat. Kurzer Temperaturschock: 20 ° C , meine Güte wie im Sommer bei unsJ. Einchecken und kurz aufs Zimmer, die wirklich recht winzig und definitiv nicht für Rollkunstläufer mit Gepäck für eine Woche ausgelegt waren! Tanja, Ines und Julia mit ihrem Dreibettzimmer hatten immerhin einen richtigen Schrank. Und die beiden jüngeren Damen haben Ines großzügig das französische Bett für sich allein gelassen (Alter vor SchönheitJ) und die Etagenbetten belegt, während unsere Küken Ronja und Genia, das Zimmer in ein Schlachtfeld verwandelt hatten (ja ja, wenn Mutti nicht zum Aufräumen da ist…) und dann ging’s auch gleich los mit – Gymnastik!!!  In Ermangelung von Platz haben wir uns einfach hintereinander in den Flur gelegt, Alina in der Mitte und dann los. Hat nach der Fahrt auch wirklich gut getan. 
Dann sind wir in die Halle gefahren, allerdings nicht ohne vorher beim REWE zu halten, damit die „armen“ Männer etwas zum Essen bekamen (wo lasst ihr das bloß???). Abends fand dann die große Eröffnungsshow und der Einmarsch der Nationen statt. Zur Feier des Tages ging´s dann abends noch schnell auf einen Hamburger zu Mc Doof, was praktischerweise nur einen Steinwurf vom Hotel entfernt war. Alex und Joos haben dann mit ihrer sehr komplizierten Bestellung (2x Gartensalat) den Laden fast lahmgelegt. Der musste wohl frisch gepflückt werden…
Abends haben wir dann erstmal festgestellt, dass die Klimaanlage im Zimmer auf 26 °C gestellt war! Aber auch bei geöffnetem Fenster wurde es nicht wirklich kalt. Die Horden von Marienkäfern im Hotelflur fühlten sich offensichtlich auch noch wie im Sommer. Einen davon haben wir übrigens bis Kassel im Auto mitgenommen…
Am Mittwoch stand dann gleich um elf wieder Training auf dem Programm. Wir hatten uns extra eine Stunde Training in der FT gebucht, damit Alina uns noch mal ordentlich scheuchen konnte. Für Alexander und mich war es schon ein schönes Gefühl, mal wieder hier zu laufen, nachdem wir früher als Paar- und Einzelläufer sehr viel Zeit in dieser Halle verbracht haben. Aber keine Zeit für Sentimentalitäten, da Alina uns alles abverlangte. Das war wirklich ein sehr schweißtreibendes Training!  Aber genau deswegen hatten wir danach alle ein super Gefühl, weil wir wussten, dass wir die vergangenen Monate sehr viel an uns gearbeitet hatten und Alina auch mit unserer Leistungssteigerung sehr zufrieden war. 
Abends haben wir natürlich die Wettbewerbe angeguckt und den deutschen Läufern die Daumen gedrückt. Am allermeisten habe ich mich natürlich auf das Paarlaufen gefreut. Leider muss ich sagen, dass ich ziemlich enttäuscht war (und da war ich nicht alleine!) über das Niveau. Man hatte das Gefühl, dass alle Paare mit angezogener Handbremse liefen. Es gab nicht eine einzige saubere Kurzkür. Selbst die beiden italienischen Paar waren kein Hingucker. Das setzte sich leider in den Küren fort. Kaum ein Paar hatte eine schöne Choreografie zu bieten und auch sportlich war es keine Offenbarung. Da ist man eigentlich auf einer WM besseres gewohnt. Ich hoffe nicht, dass dieser Abwärtstrend sich fortsetzt. Zum Glück für uns hatte unserer einziger männlicher deutscher Kürläufer Markus Lell eine Startnummer in der ersten Einlaufgruppe, so dass wir ihn auch noch laufen sehen konnten. Danach sind wir aber husch ins Hotel, weil wir ja schließlich am nächsten Tag Wettkampf hatten und dazu verdammt früh aufstehen mussten!
Oh mein Gott, und schon war Donnerstag: Wettkampftag! Für diesen Tag hatten wir von Alina eine Stundenplan wie in der Schule J, damit wir genau wussten, wann wir was zu erledigen hatten. Da wir in Skating Order offizielles Training hatten, mussten wir als Startnummer 3 schon um 7:40 Uhr auf die Bahn. Mitten in der Nacht! Das hieß nämlich, um 6:30 Uhr Abfahrt zur Halle, weil wir ja immer noch 40 Minuten unsere Gym vor dem eigentlichen Training machen und das alles ohne Frühstück und Kaffee! Aber auch zu dieser Unzeit wollten wir natürlich unser Bestes geben und einen guten Eindruck hinterlassen. Wir sind also pünktlich auf die Bahn und haben ohne weiteres Einlaufen sofort mit unserem 20 Minuten-Programm angefangen, welches von Alina sekundengenau aufgebaut ist. Das hieß dann konkret: 1x das ganze Programm, 1x den ersten Teil, 1x den kompletten schnellen Teil und dann noch einmal das ganze Programm. Und was soll ich sagen: Wir haben´s durchgezogen!!! Keine Zeit für Unsicherheiten oder ähnliches, einfach nur Powern bis zum Schluss und das am Wettkampftag. Danach haben wir uns noch ordentlich ausgedehnt. 
Dann ab ins Hotel und Frühstücken. Anschließend: Relaxen. Um eins wollten wir Mittag essen und hatten uns extra deswegen am Tag vorher schon einen Tisch beim persischen Italiener  um die Ecke reserviert. Dummerweise waren die Leute da aber voll verpeilt, so dass zwar die italienische und holländische Konkurrenz dort saßen, für uns aber leider nur noch im Raucheraum Platz gewesen wäre. Das kam natürlich nicht Infrage. Also sind wir wieder losgezogen und landeten bei „Kullmans Diner“. Ein wirklich sehr ansprechendes Lokal mit exquisiter Bedienung. Auf die Frage, ob wir die Nudeln auch mit Tomatensoße statt mit dem ganzen Klimbim auf der Karte bekommen könnte, reagierte sie äußerst pikiert. Gar fassungslos wurde ihr Gesichtsausdruck, als wir dann Nudeln ohne alles, dafür mit Ketchup bestellt haben. Aber inzwischen hat sie sich bestimmt von dem Schock erholt….
Nach dem Essen war dann wieder relaxen angesagt. Um vier kam dann Alina mit Verstärkung aus ihrem spanischen Team (u. a. Laura Sanchez, ehemalige Vizeweltmeisterin im Kürlaufen) um unser Make up professionell zu gestalten. Das ist das tolle, wenn man mit Alina arbeitet, sie steht voll hinter uns, arbeitet absolut professionell und schafft es auch noch ihre Teamkollegen zu motivieren uns zu unterstützen. Zu dritt wurde also gepinselt, gesprüht und beglitzert. Die armen Putzfrauen, neben dem Make-up Glitzer haben wir noch jede Menge Glitzer vom Kostüm im Hotel verteilt. Die werden in dem Hotel ohnehin das Gefühl gehabt haben, sie wären überfallen und ausgeraubt worden, bei den Horden, die jeden Morgen über das Frühstücksbuffett hergefallen sind. 
Und dann war es auch schon Zeit in die Halle zu fahren. Glücklicherweise hatte Constance uns einen ruhigen Platz organisiert, wo wir in aller Ruhe unsere Gymnastik und Vorbereitungen machen konnten. Wir waren zwar nervös und aufgeregt, hatten aber trotzdem das Gefühl, dass es ein guter Lauf wird, weil wir gut vorbereitet waren (auch wenn Milenas „alles ist gut Tropfen“ schon alle waren!). Außerdem hatte jeder von uns von Karin ein Glücksschweinchen bekommen. Da musste ja alles gut gehen!
Tja und dann war der große Augenblick da. Wir wurden aufgerufen und dann hieß es: zeigen, was wir drauf haben, 5 Minuten und 10 Sekunden alles geben! Alina hat uns vorher noch eingebläut ja nicht vorsichtig zu laufen (den genauen Wortlaut will ich hier mal nicht wiederholen J, fängt mit K an). Es lief eigentlich sehr gut, auch wenn Tanja ein bisschen Kegeln spielen wollte und dabei fast einen Strike mit Ronja geschafft hätteJ. Im Großen und Ganzen haben wir uns aber sehr gut präsentiert. Und unser Programm war schwupp auch schon vorbei. Das war fast ein bisschen schade, dass es so schnell schon zu Ende war. Zumal wir dieses Programm definitiv zum letzten Mal gelaufen sind. Hier übrigens noch mal einen ganz dicken Dank an das Publikum! Wir sind ganz toll unterstützt worden und haben sogar zweimal während des Programms Szenenapplaus bekommen. Das war wirklich super!!!
Dann blieb uns nur noch übrig, auf die Wertung zu warten. Die war wirklich ziemlich vielfältig, um es mal positiv auszudrücken: zweimal Platz 5 und einmal Platz 11, da war alles dabei. Durch den Wertungssalat (der nicht nur uns getroffen hat, sondern noch viel extremer die Spanier) konnten sich die Holländer noch ganz knapp vor uns schieben. Aber was soll’s. Auf hoher See und beim Rollkunstlaufen ist man in Gottes Hand! Constance und ich durften dann noch direkt nach dem Laufen ein Interview geben. Alina war zum Glück auch ganz zufrieden mit uns, wenngleich auch ein bisschen baff über die Wertungen auch für die spanischen Teams. Tja blieb nur noch die restlichen Gruppen anzuschauen und auf das Endergebnis zu warten. Wie das ausfiel, wissen wir ja. 
Abends haben wir dann noch auf dem Hotelflur mit Sekt und nahrhaften Lebensmitteln gefeiert, bis sich eine italienische Mama über unser Lachen beschwert hat. Müde sind wir dann auch ins Bett gefallen. 
So und nun war nur noch Relaxen angesagt. Erstmal schön ausschlafen und dann in Ruhe frühstücken. Na in Ruhe war relativ. Die Masse an Läufern machte in dem winzigen Frühstücksraum einen Höllenlärm. Anschließend sind wir zum Bummeln in die Stadt gefahren. Kurz überlegt, wo man wohl am Besten parken kann. Da fand sich dann auch eine kleine Seitenstraße als günstige Alternative zum Parkhaus (ha, ha). Michael hatte sich auch extra die Schilder ganz genau angesehen, ob man da auch stehen darf. Später stellte sich allerdings raus, dass seine Führerscheinprüfung schon zu lange her ist und er dass Thema mit den Straßenschildern noch mal wiederholen sollteJ Bei einem Schild mit der Aufschrift „Lieferzone, Zufahrt für Anwohner“ kostet das Parken nämlich günstige 30 €! 
Während einige der Damen begeistert shoppten, hielt sich bei anderen die Begeisterung in Grenzen, konnten aber aufgrund ihres Alters nicht mehr im Kinderparadies abgegeben werden… Dann wollten wir zur Abwechslung mal richtig lecker essen gehen. Alex und ich hatten auch ein ganz entzückendes Lokal mit badischen Spezialitäten entdeckt, aber leider nicht wiedergefunden! Nachdem wir noch schön eine Runde um den Pudding gelaufen sind (Schwarzwaldklinik und Sascha Hehn lassen grüßen) sind wir doch wieder bei so einem Durchschnittsitaliener gelandet, Hauptsache satt. Bei den gefühlten Sommertemperaturen musste natürlich noch Stilecht ein schöner Kaffee auf dem Marktplatz getrunken werden. Einige haben dann sogar noch den Glockenturm erklommen. Später sind wir dann wieder in die Halle, Alina anfeuern. Das hat sich auch gelohnt, sie ist nämlich mit ihrer Gruppe „Atomico“ Vizeweltmeisterin geworden! Abends ging´s ab ins Enchilladas zum Cocktails trinken. Hier haben die meisten allerdings sehr früh geschwächelt. Nur Constance, Tanja und Julia waren noch bis zum frühen Morgen unterwegs. 
Samstag war dann auch schon der letzte Tag und wir sind natürlich wieder pünktlich in die Halle gefahren, um auch noch die restlichen Wettbewerbe anzugucken. Hier wurde es noch mal richtig spannend, vor allem bei den Herren. Hier wurde sich nichts geschenkt und man bekam wirklich einiges geboten. Etwas verspätet fing dann auch die Abschlusszeremonie mit anschließendem Ausmarsch an. Für Alexander, Ines und mich, war das gleichzeitig unsere Abschiedsgala, weil wir „Alten“ damit unsere aktive Showgruppen-Laufbahn beendet haben und nun jüngeren Platz machen. Passend wurde dazu dann „Time to say Goodbye“ gespielt (schnief). Alex hat aber schon einen neuen Job: Busfahrer! Pirouetten kann er schon (rückwärts und vorwärts), nicht zu vergessen die ultimative „Tür-zu-Technik“ und zu Ehren von Reggio Emilia: das Kreiseln!
Später am Abend gab´s dann noch in der „Nachtschicht“ eine Abschiedsparty. Kleiner Wermutstropfen, die war erst ab 18. So konnten leider nicht alle mit. Die Disco war aber trotzdem recht schnell megavoll. Um halb zwei haben wir uns dann wieder auf den Heimweg gemacht, wir mussten ja am Sonntag noch die ganze Strecke nach Hause fahren. Tja und dann war die WM endgültig vorbei. Es war eine tolle Meisterschaft und hat viel Spaß gemacht. 
Die Rückfahrt verlief auch weitgehend reibungslos (und sehr still, weil alle gepennt haben, außer dem Fahrer natürlich), sieht man mal von der Vollsperrung der Autobahn und dem kleinen Stau ab. Müde sind wir dann nach acht Stunden zu Hause angekommen. Aber kein Grund zur Trauer. In drei Wochen geht´s schon wieder los mit dem neuen Programm. Und zum Trost haben wir immer noch die tolle CD mit der CHOREOGRAFIEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEE……

Pamela Hoßfeld
 

Die Saison 2009 steht vor der Tür:

Das Ziel für das Showteam ist klar: Sie wollen als erste deutsche Showgruppe bei einer WM starten. Das ist nach dieser verkorksten Saison (EM...) sicherlich ehrgeizig, aber umso größer sind die Anstrengungen die unternommen werden: Choreografin ist die Spanierin Alina Sabatenebot, die selbst Läuferin der furiosen Darbietungen "Blind Woman", "Oil Spill", "Chemical Games" war und inzwischen in Spanien auch für den Verband als Choreographin und Trainerin tätig ist. Eingefädelt wurde dieser Coup von Carolina Buelloni (Italien), die das Team mit großem Engegement in den letzten Jahren zu einem ernstzunehmenden Showteam geformt hat. Das erste Trainingswochenende war hart und sehr, sehr lehrreich.....Weiteres folgt!

2008: Der 6. Titel für die Rollerbeasts...

Ein Bericht der Show-DM 2008 in Wolfsburg von Pamela Hoßfeld 

Am 23. Februar 2008 fanden die Deutschen Meisterschaften für Showgruppen und Solotanzen in Wolfsburg statt. Wobei die Showgruppen sich mittlerweile in der Minderheit befinden. Die Kategorie „Große“ Gruppen“ ist bereits ausgestorben und in unserer Kategorie „Kleine Gruppen“ sind auch nur noch drei übrig geblieben. Schade! 
Aber es ist eben doch nicht so einfach 12 gute Läufer zu finden, mit den erforderlichen Prüfungen, die Lust und Zeit haben, sich in das Abenteuer Showgruppe zu stürzen. Zumindest nicht, wenn man es ernsthaft betreiben und auch international etwas erreichen möchte. Dann kostet es jede Menge Zeit, Geld und Nerven. Ohne gute Choreografen geht gar nichts!!!  Und jedes Mal die bange Frage: Kommt das Programm an? Im Gegensatz zu den Formationen gibt es bei uns keine festen Elemente, an dem man den Schwierigkeitsgrad des Programms festmachen kann. Man geht immer hohes Risiko, weil man vorher keine Ahnung hat, wie´s ankommt. Eigentlich gibt es nur drei Möglichkeiten: Entweder man landet den Knüller, den Megaflop oder man fragt sich „aha, und was sollte das jetzt darstellen?“!!! 
Diese Ungewissheit hat uns auch dieses Jahr wieder geplagt. Nachdem wir letztes Jahr mit unserem Programm „Frozen Garden“ mit dem neunten Platz auf der Euro in Porto einen Achtungserfolg erzielen konnten, wollten wir natürlich dieses Jahr noch einen drauf setzten. Der Haken an der Sache ist: wenn man schon fünf Mal Deutscher Meister war, erwarten alle was tolles Neues von uns, ganz abgesehen von dem Druck, den wir uns selber machen. Andere schlafen außerdem auch nicht, und man hat den Titelanspruch ja nicht lebenslang gepachtet.

Man was waren wir nervös, ob unser diesjähriges Programm „The Lost Diamond“ auch ankommt. Wir laufen die Comicversion der Jagd nach dem Rosaroten Diamanten.: Alex als Inspektor Clouseau, ich als sein Hilfspolizist, fünf rosarote Panther und fünf Diebe, dazu zwei Polizeiautos und natürlich die allseits bekannte Musik. Und was soll man sagen, es kam an!!! Puhhh, wir waren alle so was von erleichtert! Man konnte förmlich die Steine hören, die uns vom Herzen geplumpst sind, dass wir gut durchgekommen sind und alle begeistert waren. Dieses Thema verspricht aber auch eine Menge Spaß und Alex und ich können uns schauspieltechnisch auch richtig austoben. Natürlich gibt es bis zur Euro noch viel zu verbessern. Aber wir haben ja auch noch ein bisschen Zeit dafür. Aber für die DM war die Leistung schon ganz ordentlich und wir haben uns sehr gefreut, dass der Abstand zu den anderen Teams so deutlich war. Das sechste Mal in Folge Deutscher Meister, das ist schon was. 
Nun also zu unserer Konkurrenz. Am meisten waren wir natürlich auf die Kieler gespannt, die sich in den letzen Jahren auch stetig weiterentwickelt haben. Alle waren wir neugierig, was sich hinter dem Titel „That Heat“ verbirgt. Wir haben entweder auf Klimakatastrophe getippt oder auf eine „Rambazamba“ Nummer. Nun es war keins von beiden. „That Heat“ ist der Name des ausgewählten Musikstückes, so eine Art HipHop Nummer. Die Kieler waren auch stilecht gekleidet und haben das Thema gut umgesetzt. Allerdings hat das Programm einen großen Nachteil: 4 ½ Minuten das gleiche Lied im gleichen Tempo und Rhythmus ohne einen einzigen Musikschnitt. Das war einfach too much. Was die ersten 2 Minuten noch richtig interessant und gut ankam, war ab dann leider nicht mehr besonders spannend. Das ist sehr bedauerlich. So hieß es denn auch am Ende nur Platz drei und das EM-Ticket war zunächst auch in weite Ferne gerückt. Ich habe natürlich bei der Gruppe nachgefragt, warum sie nur ein Musikstück gewählt haben. Wie ich erfuhr, haben sie zwar einen Choreografen, der allerdings nicht vom Rollkunstlaufen kommt und daher naturgemäß mit „Musikschneiden“ nichts am Hut hat. Dabei war die Erstellung des Programms bestimmt auch nicht billig zu haben, umso ärgerlicher wenn die Mühe dann nicht belohnt wird. Als Gruppe gibt es wirklich nichts Frustrierenderes als das Gefühl, dass sich der ganze Aufwand gar nicht gelohnt hat. Da kann man mal wieder sehen, wie viel Glück wir mit „unserer“ Carol haben! Da haben wir nicht nur Themen zur Auswahl, sondern auch ein gewisses Mitspracherecht und sie arbeitet hauptsächlich mit Rollkunstläufern.

Dann war doch noch die LTS mit neuen Namen „Golden Wheels“ ebenfalls aus Bremerhaven. Die sind zum ersten Mal in der Kategorie „Kleine Gruppen“ gestartet, nachdem sie in den Jahren zuvor bei den „Großen Gruppen“ nicht mehr überzeugen konnten. Auch hier wird sicherlich die Schwierigkeit geeignete Läufer zu finden eine Rolle gespielt haben, weshalb sie schließlich bei den Kleinen Gruppen gelandet sind. Das Programm hieß „Mysterious Signs“ und sollte die zwölf Tierkreiszeichen darstellen. Die Kostüme waren schlicht aber wirkungsvoll, ebenso wie das runde Tuch mit den Sternenbildern. Alles in allem war es eine ruhige Nummer ohne große Höhen und Tiefen, nett anzugucken. Hierfür gab´s Platz zwei, allerdings war es eine recht knappe Entscheidung zwischen Kiel und der LTS.

Wie jetzt bekannt gegeben wurde, dürfen neben uns auch die Kieler und die LTS an der EM teilnehmen. Diese Entscheidung können wir nur befürworten. Entweder hätte man nur uns geschickt, weil wir einen riesigen Abstand zu zweit- und drittplatzierten hatten, oder eben alle drei, weil Platz zwei und drei sehr dicht beieinander lagen und es hier wahrscheinlich eher eine Geschmackfrage gewesen ist, wer besser bewertet wurde. 
Interessant fand ich noch die Tatsache, dass anscheinend kein anderes Team aus unserem Wettbewerb die Möglichkeit des Warmlaufens in der nebenan liegenden Turnhalle genutzt hat. Anscheinend hat es außer uns keiner nötig sich warm zu machen….  
In dem Wettbewerb „Cadet Quartett“ gab es eine Premiere der  „Young Rollerbeasts“. Angesteckt von uns, wollten unsere Nachwuchsläufer neben dem täglichen Trainingseinerlei als Einzelläuferinnen auch mal Showluft schnuppern. So gingen sie bei den Schüler Quartetten mit dem Programm „Im Waisenhaus“ an den Start, mit Musik aus dem Musicalfilm „Annie“. Zunächst ein kleiner Schock nach der Auslosung: Startnummer 1!!! Nervosität machte sich breit und eine kleine Panik brach aus, als beim Einlaufen in der kleinen Halle plötzlich die Frisur im Weg war. Zum Glück haben wir ja Alex, der mal wieder in der psychologischen Trickkiste kramte und die kleinen Damen beruhigen konnte. Beim Vorlaufen machte sich dann schließlich die Märchenerfahrung der Vier bezahlt. Hier wurde während des Vortrages auch synchron mitgesungen und geschauspielert, ganz nebenbei wurde auch noch Rollkunstlaufen gezeigt, u. a. sprangen alle vier einen Axel, wobei eine leider Pech hatte und auf dem Hosenboden landete. Aber das tat der guten Vorstellung keinen Abbruch. und so landeten die „Young Rollerbeasts“ verdient auf dem ersten Rang vor ihren 5 Konkurrenten und wurden als einziges Schülerquartett für die EM nominiert. Auch die anderen Vierergruppen haben sich sichtlich Mühe gegeben, waren aber teilweise lauftechnisch nicht so versiert. Bei manchen Hebefiguren wurde mir als ehemalige Paarläuferin ganz schlecht, weil die Träger mehr gestolpert als gelaufen sind! Es gab aber einige süße Ideen und schöne Requisiten, die dann aber leider nicht wirklich in das Programm eingebaut, sondern teilweise schon nach 5 Sekunden wieder umständlich „entsorgt“ wurden. 

Bei den großen Quartetten gab es diesmal wirklich einige guten Ideen. Das sexy Quartett aus Heilbronn mit „Moulin Rouge„ hatte hier die Nase vorn und die hübschen Damen haben sich von Alexander auch schon überzeugen lassen, dass Doppelsprünge auf der EM völlig überflüssig sind. Hier zählt wirklich nur die Show. Die Zweitplatzierten aus Kiel hatten sich dem Thema „Diätenwahn“ angenommen. Hier wurde humorvoll und mit überdimensionalen Requisiten dem imaginären Übergewicht zu Leibe gerückt. Das Team vom RRV Eppingen belegte mit „Delirium“ den dritten Platz, verdient hätten sie aber mindestens den zweiten Platz und die Chancen stehen gar nicht mal so schlecht, dass sie damit auf der EM vom Thema her ganz gut liegen. Alle drei Quartette haben sich für die EM qualifiziert.

In der Kategorie „Solo“ ging nur eine Teilnehmerin an den Start und gab die Pipi Langstrumpf. 

Bei den „Duos“ hatten sich die Teilnehmer augenscheinlich ein Beispiel an unserer Vorstellung vom letzten Jahr „Petri Heil“ genommen. Hier gab es diesmal mehr Show zu sehen. Besonders die Erstplazierten Kieler haben hier viel Liebe zum Detail bewiesen und sich mit aufwendigem Zubehör als Einbrecher rumgeschlagen. Insgesamt war dieser Wettbewerb recht unterhaltsam, aber man sollte immer daran denken: nicht überstrapazieren. 2 ½ bis maximal 3 Minuten reichen völlig! 

Tja hätten wir noch das Solotanzen. Bemerkenswert war hier die Teilnehmerzahl bei der Meisterklasse mit 14 Startern. Hier war der Wettbewerb auch recht ansehnlich. Ebenso wie bei den Junioren. So richtig begeistert haben mich allerdings nur 2 Läuferinnen. Einmal Kim Julia Jensen bei den Junioren mit ihrer Christina Aguilera Kür. Da war mal echtes Temperament zu sehen, dass ich mich schon gefragt hatte, ob es sich bei ihr wirklich um „echte“ Deutsche handelt. Kaum zu glauben, bei dem Feuer, das sie versprüht hat. Zum anderen Jasmina Nonkovic in der Meisterklasse. Sie glänzte durch tiefes Kantenlaufen und eine sehr schwierige Kür mit viel Anmut, Eleganz und Tempo. Hut ab! Bei vielen anderen galt mehr Schein als sein. Also viel Hüft- und Powackeln zu publikumswirksamen Musiken in knappen Kostümen (bei einigen auch nett anzusehen) aber ohne wirkliches Können. 
Bei den unteren Klassen sollte man sich wirklich überlegen, ob man Solotanzen nicht erst ab der Schüler A erlauben sollte. Gerade bei Schüler C und B kann der Großteil einfach nicht Rollkunstlaufen, keine Kanten und ständig krumme Füße. Schließlich handelt es sich hier um eine Deutsche Meisterschaft und als Einzelläufer muss man für Schüler C auch mindestens einen Axel können und Doppel-Toeloop und Doppel-Salchow ansatzweise. Ich finde das ist mit den Bedingungen für Solotanzen in diesen Klassen nicht zu vergleichen. Nur mal als kleine Erinnerung: auch Swantje Gebauer ist früher erstmal Einzel gelaufen (u. a. gegen mich und Doppel Salchow war da auch schon gefragt), bevor sie dann mit dem Rolltanzen anfing und später mit Axel Haber mehrfache Europa- und Weltmeisterin wurde. Eine gute Einzellaufgrundlage mit Pflicht und Kür kann wohl auch einer Solotänzerin nicht schaden. Außerdem würde dem Rollkunstlaufen so vielleicht noch das eine oder andere Talent im Einzellaufen erhalten bleiben.

Das Formationslaufen fand in Form einer Sichtung statt. Die aktuellen Vizeweltmeister von „Skate Attack“ haben sich ja verabschiedet und so durfte man gespannt sein, was die restlichen Formationen so zu bieten haben. Die Formation Hessen 2 lief nach „Dracula“ ein ansehnliches Programm. Skate That präsentierten nach Ihrem Vizeeuropameistertitel im letzen Jahr ihr neues Programm „Rocky“, hier fiel kurzfristig  eine Stammläuferin aus und es fehlte noch ein bisschen Schwung in der Darbietung. Das Dream Team ging mit seinem Programm (dessen Name mir leider unbekannt ist) wieder volles Risiko, was die Schwierigkeiten und das Tempo anbelangt. Aufgrund dessen unterliefen zwar einige Patzer, aber man konnte hier schon sehr gut die Klasse des Programms erahnen und es war auch mein persönlicher Favorit. Alle drei Formationen sind für die EM nominiert worden. 

Zum ersten Mal gab es dieses Jahr die Juniorenformationen. Leider habe ich keine davon so richtig gesehen. Für die EM wurden die „United Skaters“ aus Niedersachsen nominiert. 
Die Meisterschaft war alles im allem recht gut organisiert. Der Verpflegungsstand war jedenfalls sehr gut. Leider geriet der am Vormittag noch so gut funktionierende Zeitplan nachmittags aus den Fugen, und so wurde es mit der Siegerehrung doch ziemlich spät, weshalb auch die sonst übliche gemeinsame Nominierungsbesprechung ausfiel. Das hatte natürlich den Nachteil, dass man Informationen nur auf Anfrage bekam und auch noch nicht alles von den Verantwortlichen abschließend besprochen werden konnte, so dass einige noch zittern und bangen mussten, ob das mit der EM-Nominierung geklappt hat. 
Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wie sich die deutschen Teilnehmer auf der EM im eigenen Land schlagen werden. Ich hoffe, dass alle Deutschen ordentlich vom heimischen Publikum angefeuert werden, denn auch das hat seine Wirkung auf das Wertungsgericht. 
In diesem Sinne: eine gute Vorbereitung und viel Erfolg auf der EM. 
See you in Hanau!

Deutscher Meister 2008: Kerstin Behlen, Alexander, Constance und Pamela Hoßfeld, Julia Ihmels, Ines Karger, Pamela Karlowski, Yvonne Koblitz (Bremen) Sabine Mecke (Verden), Ronja Reinke (Bergedorf), Milena und Thjana Roes, Tanja Schäding (Bergedorf) und Seirah Stehmeier konnten mit dem Thema "The lost dianmond" klar siegen. In der Kategorie Schüler-Quartette siegten Alicia Blum, Cheyenne Carpene, Genia Kaireit und Merle Meyer ebenfalls vor großer Konkurrenz mit dem Thema "Im Waisenhaus"


Die Vorbereitungen vor sechs Monaten begann mit zahlreichen Wechseln im alten Team, die dazu genutzt wurden, um das vorhandene starke Niveau der einzelnen Läufer weiter zu heben, bzw. anzugleichen. Das neue Team mit dem Namen "Rollerbeasts" besteht neben bekannten Bremerhavenern erstmals auch aus Sportlern des befreundeten Landesverbandes Niedersachsen (VFL Stade, TUS Harsefeld), so dass ein vielversprechendes Team rekrutiert wurde.

Als Ziel wurde neben der EM-Teilnahme Ende April in Porto / Portugal die Teilnahme an den Weltmeisterschaften im Herbst in Australien ausgerufen.

Die erste Hürde hierfür wurde mit Bravour genommen. Die Rollerbeasts verwiesen die Konkurrenz aus Kiel, Ronsdorf und Remscheid klar auf die Plätze. Ebenso besonders deutlich konnte in den Präsentationswettbewerben Solo und Duo die Seestadt zeigen wo es lang geht. Constance Hoßfeld war mit dem Thema "Diva" eine Klasse für sich, als Highlight der Veranstaltung präsentierten sich dann allerdings die "Altmeister" Pamela und Alexander Hoßfeld mit dem Thema "Petri Heil". Das Publikum und das Wertungsgericht hat´s gleichemaßen begeistert...

Drei klare Siege an einem Tag....Show made in Bremerhaven!!! 




Das ERC-Show-Team: Deutscher Meister 2003, `04, `05, `06

Die Choreographie wurde wie im vergangenen Jahr von Carol Buelloni erstellt. Abermals wurde ein kompletter Stilwechsel vollzogen. Nicht nur, dass die Musikauswahl diesmal auf den klassischen Bereich viel, sondern besonders der läuferische Schwierigkeitsgrad soll überzeugen. "Seasons of Life" zeigt die Lebensabschnitte des Menschen. Das Programm beginnt mit der Geburt. Auf die verspielte Kindheit folgt die Jugend. Weiter über das Arbeitsleben, dem Altern bis hin zum Tod, so dass sich der Kreis schließt. Sicherlich keine leicht zu zeigende Kost..., aber der ERC hat die Konkurrenz in Deutschland auch 2006 fest im Griff und wurde sehr deutlich Deutscher Meister!

Das Team : v.l.: T. Werne, Milena Roes,Julia Ihmels, Katharina Lüder, Anke Hartmann,Ines Karger, Sarah Krumm, Constance Hoßfeld, Scherilyn Werner, Pamela Karlowski, Rebecca Heinze, Alexander Hoßfeld (Ersatz: Pamela Hoßfeld)



Deutscher Meister 2005 mit "Crazy"

Schon häufiger hatten wir Gruppen bei Show-Meisterschaften am Start. Da diese Disziplin aber stets als "Nebensache" behandelt wurde, nahmen wir nur unregelmäßig an Wettkämpfen teil.

Aber im Jahr 2003 fanden die Deutschen Show-Meisterschaften in Bremerhaven statt. Also beschlossen Aileen Biller, Stefanie Biller, Anke Hartmann, Alexander Hoßfeld, Ines Karger, Sarah Krumm, Katharina Lüder, Milena Roes, Pamela Schlechter in der Kategorie "Kleine Gruppe" an den Start zu gehen! Der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die am 26.02.2005 ihren aktuellen Höhepunkt erlebte:

Das ERC-Show-Team geht nach 2 erfolgreichen Jahren neue Wege. Die italienische Choreographin Carolina Buelloni gastierte 3 Tage in Bremerhaven, um das auf 12 Läufer aufgestockte Team ( Aileen Biller, Anke Hartmann, Rebecca Heinze, Alexander Hoßfeld, Constance Hoßfeld, Pamela Hoßfeld, Julia Ihmels, Ines Karger, Pamela Karlowski, Sarah Krumm, Katharina Lüder, Milena Roes, Farina Schlichting/Ersatz )einer absoluten Stiländerung zu unterwerfen!!! Mit "Crazy" konnte man die nationale Konkurrenz deklassieren. Man hofft nun, auch den internationalen Anforderungen eines Show-Programms gewachsen zu sein. Man darf gespannt sein...

Hier die "Comic-Version" unserer Fahrt nach Wolfsburg.

Im Jahr 2004 in Koblenz versuchten wir unser Glück mit dem Team: Aileen Biller, Stefanie Biller, Claudia Gattner, Anke Hartmann, Alexander Hoßfeld, Julia Ihmels, Sarah Krumm, Katharina Lüder, Milena Roes und Pamela Schlechter. (Ersatz: Farina Schlichting, Pamela Karlowski)

Deutscher Meister 2004 und 10. der EM mit dem Thema "Sklaven"


Deutscher Meister 2003 mit dem Thema "Moulin Rouge"

 
Top